Camping an der Ostsee verspricht Entspannung, doch eine Camperin schildert auf Reddit das Gegenteil: Streit um Stellplätze und enge Parzellen trüben die Urlaubsstimmung. Schon die Anreise zum Campingplatz habe sie zur Verzweiflung gebracht. Ihr bitteres Fazit: „Die Deppen-Dichte steigt schon VOR dem Campingplatz.“
Ärger beim Check-in und auf der Parzelle
Nach ihrer Darstellung habe ein anderer Camper seinen Wagen nicht auf dem ausgeschilderten Parkplatz für die Anmeldung, sondern in dessen Einfahrt abgestellt. Andere Gespanne hätten deshalb auf die Zufahrtsstraße ausweichen müssen und „blockierten fast den Verkehr“.
Als die Begleiterin des Mannes vom Check-in zurückgekommen sei, habe sie die Camperin aufgefordert, ein Stück vorzufahren. Dafür habe sie wenig Verständnis gehabt, da die Situation aus ihrer Sicht erst durch das andere Fahrzeug entstanden sei. Auf dem Stellplatz habe der Ärger dann richtig begonnen: Die Nachbarn hätten Wohnwagen und Vorzelt bis dicht an die Parzellengrenze gestellt, auch Küche und Fahrräder hätten dort Platz gefunden.
Enge Verhältnisse und spöttische Kommentare
Für die Camperin sei es so eng geworden, dass sie beim Betreten ihrer Parzelle „beinahe über die Deichsel steigen“ musste. Die Gasflasche der Nachbarn habe nur 30 Zentimeter von der Parzelle entfernt gestanden. Den Grund sieht sie darin, dass die Nachbarn das Auto neben dem Wohnwagen parken wollten: „Geht ja nicht, das Auto vors Vorzelt zu stellen“, schreibt sie sarkastisch.
Die Reaktionen im Netz sind gespalten. Ein Kommentator ätzt: „Wem der eigene Stresspegel noch nicht hoch genug ist, der fährt mit dem Wohnwagen in Urlaub.“ Ein anderer schreibt: „Campen ist ein Hobby für Masochisten. Diese Liebe zum Gedränge ist mir unbegreiflich.“ Trocken merkt ein Nutzer an: „Meinen Urlaub auf einer Rasenfläche direkt neben Randolf und Gitta auf einem Klappstuhl zu verbringen, klingt für mich wie die Hölle.“
Andere verteidigen die Nachbarn: „Die Nachbarn tun Dinge auf ihrer Parzelle, Du auf Deiner... heul leiser“, schreibt ein Nutzer. Sie fragen, warum die Nachbarn ihren Stellplatz nicht bis zum Rand nutzen dürften, schließlich beanspruchten auch die Verfasserin und ihre Begleiter die Fläche vollständig.
Streit um die Zukunft des Campings
Viele Kommentare drehen sich um die Frage, ob klassisches Camping ausgestorben ist. Ein Nutzer erinnert spöttisch an Zeiten, als ein Zelt, ein Platz im Grünen und eine einfache Stromversorgung gereicht hätten. Heute gebe es „Comfort-Parzellen“ mit mehreren Stromanschlüssen, Pools, Holzterrassen und Animation, „zu den Preisen eines Mittelklasse-Hotels“.
Ein anderer macht die Corona-Zeit für den Wandel verantwortlich. Viele hätten damals Wohnmobile oder Wohnwagen gekauft und seien nun plötzlich Camper, obwohl sie „richtig campen“ nie gelernt hätten.