Bei den Festspielen im Schloßgarten Neustrelitz teilen sich Laura Albert und Julia Baier-Tarasova die Hauptrolle der Sylva Varescu in der Operette „Die Csárdásfürstin“. Die beiden Sängerinnen zeigen, wie aus gemeinsamer Vorbereitung zwei ganz eigene Figuren entstehen.
Herausforderung: Geteilte Probenzeit
Die Schwierigkeit liegt in der geteilten Probenzeit, erklärt Laura Albert: „Das heißt, die sechs Wochen werden geteilt und jeder bekommt im Endeffekt nur drei Wochen Probenphase.“ Ein weiterer wichtiger Punkt: Die beiden Frauen können die Rolle nicht identisch spielen. Julia Baier-Tarasova betont: „Deswegen ist es wichtig, sich immer zu merken, was die Partnerin macht. Gleichzeitig überlege ich mir, wie ich es mache, damit es für meinen Körper, meine Stimme und meine Sprache passt.“
Rolle jede für sich geprobt
Laura ist Sopranistin, Julia singt Mezzosopran. Gelernt haben sie die Rolle jede für sich allein. Mit den Proben begann die Teamarbeit, sagt Laura Albert: „Wir haben uns in den Proben besprochen, uns gegenseitig Feedback gegeben. Auch wenn uns irgendwelche Sachen aufgefallen sind, wie wir es uns leichter machen können.“ Sie hätten sich technisch gegenseitig sehr viel geholfen, sagt Julia Baier-Tarasova.
Zwei verschiedene Persönlichkeiten
Bei Kaffee und Spaziergängen haben sie oft über die Rolle der Sylva philosophiert. Julia Baier-Tarasova: „Insgesamt scheint es mir, dass die Sylva von Laura positiv und lebensfreudig ist. Meine Sylva ist ein bisschen verletzlicher und nervöser.“ Laura Albert sagt darauf: „Ich finde, deine Sylva hat auch sanfte und weiche Seiten.“
Intendant und Regisseur Sven Müller sagt: „Natürlich müssen die ins gleiche dramaturgische Kostüm der Operette passen.“ Die Rolle müsse gleich angelegt sein, denn die anderen Mitspieler müssten gleich bedient werden. „Auf der anderen Seite sind es natürlich zwei verschiedene Menschen und zwei verschieden Persönlichkeiten.“
Aufführungen bis 26. Juli
„Die Csárdásfürstin“ läuft bis zum 26. Juli, immer donnerstags bis sonntags. Zu erleben sind die Deutsche Tanzkompanie, die Solisten des Musiktheaters, der Opern- und Extrachor, die Philharmonie Neubrandenburg und die beiden Csárdásfürstinnen.